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Woyzeck im Landestheater

 

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JEDER MENSCH IST EIN ABGRUND;

ES SCHWINDELT EINEM, WENN MAN HINABSIEHT (aus: „Woyzeck“)

Eine Rezension zu  Woyzeck im Tiroler Landestheater von Stefanie Riegler, 7A

 

Am 16.05.14 hat unsere Klasse das Theaterstück „Woyzeck“ von Georg Büchner  im Landestheater besucht.

 

Es erzählt die Geschichte des Wehrmann Franz Woyzeck, der mit seiner Geliebten Marie sowie seinem unehelichen Sohn der untersten Gesellschaftsschicht angehört. Woyzeck versucht mit aller Kraft, Geld für seine Familie aufzutreiben – er gibt das Versuchskaninchen für einen wissenschaftlichen Versuch eines Doktors, rasiert täglich den Hauptmann und verrichtet gemeinsam mit seinem Kameraden Andres andere niedere Dienste. Doch all dieser Stress führt dazu, dass Marie, geplagt von der ständigen Abwesenheit des Mannes und seinen – auch aufgrund der einseitigen Erbsendiät, die der Arzt ihm zu Versuchs-zwecken verschrieben hat – verwirrten Gefühlszuständen, Woyzeck mit einem stattlichen Tambourmajor betrügt. Das ist der Tropfen, der für den zunehmend unzurechnungsfähigen Woyzeck das Fass zum Überlaufen bringt…

 

Die Inszenierung des Bühnenstückes gelingt dem Landestheater sehr gut: Durch eine Bühne mit 3 Ebenen werden die 3 verschiedenen Gesellschaftsschichten äußerst geschickt dargestellt. Die niedrigste Ebene, Woyzecks Ebene, ist schief: Sie steht für die schräge, verrückte Gemütslage des Mannes.

 

Der Ausrufer, kostümiert als „dunkler Clown“ (Kristoffer Nowak), und die Großmutter (Janine Wegener) sind die ständigen Begleiter des Publikums; sie kommentieren den Verlauf der Handlung, die Großmutter tendiert zu positiven Kommentaren, der Ausrufer gibt eher zynische Bemerkungen ab. Die Vergleiche, die dieser marktschreierisch zwischen Mensch und Tier zieht, indem er Woyzeck einen Affenkopf aufsetzt und ihn dem Publikum vorführt, reflektiert auch gesellschaftlich die Frage, was nun dem Menschen humane Züge verleiht. Wenn jemand wie Woyzeck wie ein Tier behandelt wird, verschwimmen die Grenzen zusehends. Diese zwei – außerhalb der eigentlichen Handlung angesiedelten – Figuren sind jedoch auch jene, die mit ihrem Eingreifen auch am meisten verstören und zunächst verwirren. Die Bühnenmusik zwischen den Szenen (und teilweise auch während dieser) ist sehr gut an das Stück adaptiert und verstärkt die konfuse Grundstimmung.

 

Benjamin Schardt stellt als Woyzeck das Elend des langen Dienstes und die Verzweiflung über das Scheitern seiner Liebe zu Marie glaubwürdig dar. Auch das übrige Ensemble ist großartig: Marie (Sara Nunius) wirkt wie ein verstörtes, großes Mädchen und Thomas Lackner lässt den Arzt äußerst ehrgeizig und egoistisch wirken…

Heute ist das Bild vom Menschen, der in den Zwängen der Gesellschaft lebt, noch genau so  aktuell wie damals – was früher der minimale Lohn eines Soldaten und Gelegenheitsarbeiters war, ist heute Hartz IV oder Sozialhilfe. Das ist es, was dieses Stück so interessant macht.

Stefanie Riegler, 7a

 

Bilder zu Woyzeck im Landestheater.

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